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Organisationen, die viel und systematisch lernen, sind erfolgreicher als solche, die nicht lernen - zumindest versprechen das die Konzepte der lernenden Organisation und des Wissensmanagements. Der Autor widerspricht dieser Annahme und begründet auf spannend zu lesende Weise, dass es gute Gründe gibt, die vorgeschlagenen Regeln für Lernen und Wandel in Organisationen kritisch zu hinterfragen. Dabei geht es Kühl aber nicht darum, schon wieder ein Konzept durch ein neues zu ersetzen. Er setzt eine Ebene höher an und hier kommt nun der Regenmacher ins Spiel. Selbst wenn die in Teilen Afrikas noch verbreiteten Regenmacher keinen Regen produzieren können - wofür einiges spricht - so wäre es doch höchst problematisch, würden diese Kulturen auf ihre Regenmacher verzichten. Denn der vorrangige Nutzen der Regenmacher liegt nicht in der Produktion von Niederschlägen, sondern in der Stiftung von Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Ähnlich wie die Regenmacher erreichen auch bei uns viele gesellschaftliche Institutionen nicht das, was sie vordergründig versprechen, dafür haben sie aber andere, sehr nützliche, wenn auch nicht sofort sichtbare Funktionen. Besonders gut beobachten lässt sich dieses Phänomen bei den verschiedenen Managementansätzen: Die Annahme, der organisatorische Wandel sei plan-, steuer- und beherrschbar, wenn man sich nur an die definierten Prinzipien hält, ist genauso zweifelhaft wie die Annahme, dass Regenmacher Regen machen können. Der versteckte und nicht zu unterschätzende Nutzen der aktuell gehandelten Leitbilder liegt nach Ansicht des Autors aber darin, in einer Situation hoher Verunsicherung den Mitarbeitern Orientierung zu geben und dazu zu ermutigen, neue Handlungen auszuprobieren. Fazit: ein erfrischender und geistreicher Blick auf die blinden Flecken populärer Change-Ansätze. |
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