|
|
||
|
||
|
Die Fluktuation in den Chefetagen europäischer Unternehmen hat im vergangenen Jahr Rekordniveau erreicht. Steigender Leistungsdruck, zunehmende Übernahmeaktivitäten und mangelnde Umsetzung von internationalen Kontrollstandards führen dazu, dass die CEOs immer früher ihren Hut nehmen müssen. Laut der jährlich durchgeführten CEO-Succession-Studie der Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton haben 2006 allein in Europa 15,4 Prozent der CEOs ihren Posten aufgegeben. Im deutschsprachigen Raum kletterte die Wechselquote von 9,7 auf 10,7 Prozent. "Im vergangenen Jahr hat sich ein Trend zu vermehrten Wechseln in der Unternehmensspitze abgezeichnet. Dieser setzt sich aktuell fort", sagt Klaus-Peter Gushurst, Senior Partner bei Booz Allen. 27,3 Prozent aller Abgänge in Europa lassen sich der Studie zufolge auf Merger, Übernahmen oder einen Buy-out zurückführen. "Die Fluktuation wird durch die zunehmende Aktivität von Kapitalanlagegesellschaften und anderen Investoren weiter steigen", prognostiziert Gushurst. Performance-getriebene Wechsel haben seit 1995 um 318 Prozent zugelegt. Nur noch 46 Prozent aller Veränderungen im Top-Management erfolgen geplant. "Nicht zuletzt der Druck von den Kapitalmärkten hat dazu geführt, dass von den CEOs eine immer schnellere Verbesserung einer als nicht zufriedenstellend empfundenen Ergebnissituation erwartet wird", meint Klaus Aden, Chef der Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company. Wenn das nicht funktioniert, seien Aufsichtsräte und Investoren auch immer schneller bereit, Konsequenzen zu ziehen. Abzulesen ist der Trend zur kurzfristigen Ergebnisorientierung auch an den laut 3. LAB-Bonus-Studie signifikant gestiegenen Bonuszahlungen für deutsche Top-Manager. (nachzulesen unter: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070511032 ). Durchschnittliche Verweildauer bereits unter 5 JahrenAm riskantesten für CEOs hat sich Booz Allen zufolge im vergangenen Jahr der Telekommunikations-Sektor erwiesen. Hier mussten weltweit 23,5 Prozent der Firmenlenker früher gehen. Im deutschsprachigen Raum schnellte der Anteil der Wechsel sogar von 17 auf 50 Prozent in die Höhe. "Besonders im Telekombereich sind die Unternehmen kurzfristig wechselnden Situationen wie enormem Preisdruck oder neuen Trends ausgesetzt", erklärt Aden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind darüber hinaus CEOs in den Bereichen Informationstechnologie (17 Prozent Wechselhäufigkeit) sowie Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister (15 Prozent) am stärksten gefährdet. Während sich die Negativ-Entwicklung in den USA und Asien im Vergleich zu den Vorjahren abgeschwächt hat, ist der Druck für CEOs in Europa derzeit besonders hoch. Die Verweildauer im Amt ist auf 5,7 Jahre und damit die kürzeste Frist seit 1998 gesunken. Im deutschsprachigen Raum sitzen die Unternehmenslenker durchschnittlich sogar nur 4,7 Jahre auf dem Chefsessel. Laut Booz Allen werden in Zukunft weitere, neue Fähigkeiten von den CEOs verlangt. "In erster Linie müssen sie künftig multilaterale Kräfte wie Investoren, Mitarbeiter und Politik stärker in ihre Arbeit einbeziehen", betont Gushurst. Vor allem im deutschsprachigen Raum sei zudem eine intensivere Auseinandersetzung mit globalen Governance- und Compliance-Themen unabdingbar.(pte) |
|
|
|
© Leaders Circle | Tel.: +43 (1) 513 47 97 | office@leaders-circle.at| Homepage: www.leaders-circle.at |
||