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Wie steht es um Sex, Liebe und Moral im Leben der Manager? Wie wirkt sich Macht, Geld und Stress auf das Liebesleben der Manager aus? Wie viele von ihnen gehen regelmäßig ins Puff? Die Journalistin Silvia Jelincic führte eine Vielzahl von Interviews mit Top-Managern, Investment-Bänkern, Wirtschaftsanwalten, Werbern etc. und bekam auf ihre Fragen verblüffend offene Antworten. Wie in einer guten Dokumentation reiht sie in ihrem Buch Gespräch an Gespräch, gruppiert nach drei Kapiteln - "Sex", "Moral" und "Liebensdinge" und lässt die Schilderungen der Manager für sich sprechen, ohne sie zu werten und zu kommentieren. Dabei vermittelt sie einen interessanten Einblick in das Sexualverhalten und die Wertvorstellungen der Gruppe der "Entscheidungsträger". Die sehr offenen Erzählungen der Manager über Obsessionen, Potenz und Moral zeichnen ein Bild, das mit dem nach außen zur Schau gestellten Bild, wie sie mit Macht, Geld, Druck und emotionalen Bedürfnissen umgehen, oft nur wenig gemeinsam hat. Ergänzt werden die persönlichen Interviews durch eine Umfrage unter 63 männlichen Managern im Alter zwischen 30 und 60 Jahren, die aufgrund der zugesicherten Anonymität eine erstaunlich hohe Rücklaufquote von 84 Prozent erreichte. Der Großteil der Manager (92 Prozent) lebte zum Zeitpunkt der Befragung in einer festen Beziehung. Rund zwei Drittel dieser Gruppe geben an, ihrer Partnerin nicht treu zu sein – ein im Vergleich zu anderen Studien erstaunlich hoher Prozentsatz. Mehr als die Hälfte der befragten Manager besucht zumindest ein- bis dreimal jährlich (als "aktiver" Gast) ein Bordell und fast alle Befragten (92 Prozent) sind der Meinung, dass Bordellbesuche unter Führungskräften üblich sind. Interessant ist, dass die Zufriedenheit mit dem Liebesleben kaum damit zusammenhängt, ob man Prostituierte aufsucht: Fast 45 Prozent derer, die mit ihrem Liebesleben zufrieden sind und in einer festen Beziehung leben, sind aktive Bordellbesucher. Offenbar, so der Psychologe Michael Benesch, der die Befragung durchgeführt und ausgewertet hat, ist es unter Führungskräften üblich, Bordelle als aktiver Gast aufzusuchen, und das, obwohl fast 80 Prozent meinen, dass Frauen sie aufgrund ihrer Position anziehend finden. Eine mögliche und plausible Erklärung dafür, warum die Manager den Bordellbesuch einer Affäre vorziehen: die Angst vor "unnötigen Komplikationen". |
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