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Die derzeitige Krise hat – zumindest in ersten Ansätzen - eine interessante und wichtige Diskussion losgetreten. Betrachtet man sie nicht nur übersimplifiziert als durch das Verhalten einiger weniger "schlechter und unverantwortlicher Marktteilnehmer" verursacht, sondern als Ausdruck bestimmter zugrunde liegender Strukturen und Spielregeln, dann stellt sich natürlich auch die Frage, wie diese zugrunde liegenden Strukturen und Markt-Spielregeln (oder auch deren absichtliches Weglassen oder Verhindern) zu dieser Krise, ihrem Entstehen, ihrer Verstärkung und ihrer schnellen globalen Ausdehnung beigetragen haben. Nicht umsonst ist eines der momentan beliebtesten Begriffe in diesen Diskussionen das Wort "Systemkrise", was auch immer der Einzelne darunter verstehen mag. Diese derzeit so leidenschaftlich diskutierten Strukturen und Spielregeln sind jedoch ihrerseits Ausdruck eines bestimmten Paradigmas – grundlegender Annahmen über die Welt und ihr "Funktionieren" - das die Neuzeit geprägt hat und zunehmend an seine Grenzen stößt. Dieses Paradigma bestimmt nicht nur unsere Welt-Sicht, sondern auch unser Bild vom Zweck und der Funktionsweise von Organisationen und Führung. Wo kommt das Neue her?So spannend und notwendig die Auseinandersetzung mit der Frage ist, wie diese "Systemkrise" in ihrem Entstehen und Wirken erklärt werden kann – noch spannender ist die Frage: Was stattdessen? Wie schauen die Alternativen aus? Und in diesem Bereich fallen die Antworten bislang recht dürr aus. Nun ist es aber nicht so, als gäbe es noch überhaupt keine Antworten oder Antwortversuche, wie es dieses Schwerpunktthema deutlich macht. So arbeitet Dr. Ruth Seliger in ihrem Artikel das heute dominierende Paradigma klar heraus, zeigt, wie es die Führung von Unternehmen geprägt hat und wo es an seine Grenzen stößt und beschäftigt sich anschließend mit der Frage, in welche Richtungen Manager für sich und ihr Unternehmen neue Antworten finden könnten.
Eine konkrete "attraktive Alternative“ in Form eines radikal anderen Unternehmenskonzepts, das seine beeindruckenden Wirkungen bereits in vielen Unternehmen unter Beweis gestellt hat, beschreibt Ing. Ernst Weichselbaum dann in seinem Beitrag "In jedem Unternehmen steckt ein besseres". Ausgangspunkt dieses revolutionären Konzept war die Erkenntnis, dass die Grundlogik heutiger Organisationen immer noch auf der Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen mengenorientierten Betriebswirtschaftslehre fußt, die zwar für die damaligen Massenmärkte durchaus gut und brauchbar war, heute aber wesentlich mitverantwortlich ist für die enormen Probleme vieler Firmen. Denn die darauf fußenden Organisationsstrukturen und –abläufe sowie die darauf basierenden Managemententscheidungen erzeugen erst genau jene "Komplexitätskosten", die die Wettbewerbsfähigkeit der heutigen Unternehmen bedrohen. Was ist damit gemeint? In der klassischen mengenorientierten BWL lautet das Credo: "Je mehr (Stück), desto billiger". Und das stimmte auch, solange Unternehmen einige wenige Produkte in hoher Stückzahl für Massenmärkte produzierten. Es läuft allerdings immer weiter aus dem Ruder, sobald man individualisierten Märkten gegenübersteht, die nach einer großen Produkt- und Variantenvielfalt verlangen. Denn in diesem klassischen Denken gehen Schnelligkeit, Flexibilität und geringe Kosten schlicht und einfach nicht zusammen, da Schnelligkeit und vor allem Flexibilität immer nur mit höheren Kosten erreicht werden können. Ändert man jedoch sein Denken, wechselt, wie es Weichselbaum formuliert, seine "geistige Diskette" und betrachtet Unternehmen aus einem "zeitorientierten" Blickwinkel, ergeben sich plötzlich faszinierende – bislang schlicht "undenkbare" – neue Möglichkeiten.
Auch wenn Krisen den Boden bereiten um neue Wege zu beschreiten, heißt das noch lange nicht, dass diese Gelegenheit auch wirklich ergriffen wird. Denn diese neuen Wege muss man erst einmal entdecken. Und die Art und Weise, wie Unternehmen konkret vorgehen, um zu neuen Ideen zu kommen und Kreativität zu stimulieren, sind häufig alles andere als hilfreich. Das Entdecken und Finden von Innovationen ist daher Thema des dritten Schwerpunktbeitrags von Jens-Uwe Meyer mit dem passenden Titel "Die fünf großen Irrtümer über Kreativität". Bereits Thomas Edison formulierte treffen: "Keine Kreativtechnik der Welt kann Ihnen neue Ideen bringen, wenn Sie die richtigen Chancen nicht sehen oder das Problem immer von der gleichen Seite angehen. Und keine Idee kann erfolgreich sein, wenn sie nicht genauso kreativ umgesetzt und dem Umfeld angepasst wird, für die sie gedacht ist." |
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