Job-Zufriedenheit österreichischer Manager

15% der österreichischen Führungskräfte denken laut einer aktuellen Studie aktuell an einen Wechsel des Arbeitgebers, nur 17% wollen "noch lange" für das gleiche Unternehmen arbeiten.

Diese und weitere Details zur Jobzufriedenheit österreichischer Manager stellten Dr. Paul Jankowitsch, Bundesvorsitzender des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF), und Harald R. Preyer, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Eucusa- Gesellschaft für Mitarbeiter- und Kundenorientierung, am 5. August 2008 der Öffentlichkeit vor. "Geld ist ein Hygienefaktor, für die Arbeitszufriedenheit zählen auch für Manager andere Faktoren", fasst Harald R. Preyer die zwischen März und Juli 2008 durchgeführte Befragung von 596 Führungskräften zusammen.

Die Manager-Jobzufriedenheit ist um zehn Prozent höher als jene der Mitarbeiter; 51 % "arbeiten gerne in ihrer jetzigen Position". Sogar um rund 20% besser voteten Führungskräfte bei den Aussagen

  • "Ich weiß, dass ich zum Erfolg des Unternehmens einen wesentlichen Beitrag leiste" (69 %)
  • "Ich werde rechtzeitig über Änderungen informiert" (40 % Zustimmung)
  • "Ich kann bei meiner Arbeit meine Fähigkeiten voll einsetzen" (sagten 57 %)
  • "Ich trage die Vision meines Unternehmens voll mit" (bejahten 51 %).

Jeder siebente Manager am Absprung
15% der Führungskräfte denken aktuell an einen Wechsel des Arbeitgebers, nur 17% wollen "noch lange" für das gleiche Unternehmen arbeiten. Im Detail, so Dr. Paul Jankowitsch, Bundesvorsitzender des WdF, „ist die Wechselbereitschaft und damit eine gewisse ‚Wurschtigkeit‘ am höchsten im 5. bis 10. Arbeitsjahr beim gleichen Arbeitgeber. Konsequente Führung mit begeisternder Vision, klaren Zielvereinbarungen und wertschätzender Rückmeldung würden die Fluktuation reduzieren".

 

Durchaus positiv bewertet werden von den meisten Führungskräften die Aspekte Spaß an der Arbeit, Teamgeist, Anerkennung durch Kollegen, das Einbringen von Ideen, Verantwortung und Kompetenz.

 

Deutlich geringer ist die Zufriedenheit bei Punkten ausgeprägt, die die Leistung der eigenen Führungskraft betreffen. Etwa: Umsetzung von Entscheidung, Feedback über Leistung, Motivation durch die eigene Führungskraft oder die Einhaltung von Zusagen.

 

 

Entsprechend mager ist die Zustimmung zum Statement: "Meine Führungskraft führt uns ausgezeichnet".

Zu denken geben sollte auch: Beachtliche 40 % der befragten Führungskräfte widersprechen der Aussage "Meine Chancen auf Weiterentwicklung in unserem Unternehmen sind sehr gut".

KMU fehlt Informationsmanagement

Als verbesserungsfähig erweist sich auch die interne Kommunikation über Unternehmensziele und -strategien. Denn lediglich 25% der Mitarbeiter (gegenüber 51% der Manager) "tragen die Vision des Unternehmens voll mit".

Small is (not always) beautiful

Apropos Unternehmensgröße: Während bei fast allen Fragen das Management von Kleinstunternehmen (bis zu 5 Mitarbeitern) am positivsten wertete, sind die Entwicklungsmöglichkeiten, betriebliche Gesundheitsvorsorge und die Gehaltszufriedenheit bei Großbetrieben top. Auch Engagement und Produktivität hängen unmittelbar mit der Jobzufriedenheit zusammen. "Spaß an der Arbeit" ist mit großem Abstand Motivator Nr. 1, gefolgt von Teamgeist und Anerkennung durch Kollegen, so Harald R. Preyer.

Die Gehaltshöhe hingegen zählt hier wenig, Spitzenverdiener sind nur unwesentlich zufriedener als die unterste Einkommensklasse (auch die Wechselbereitschaft am Toplevel ist nur 12% geringer).


Seit März 2008 kann man anonym auf www.jobzufriedenheit.info die eigene Jobzufriedenheit testen. Geantwortet haben bisher 1.857 Menschen - 600 Führungskräfte und 1.257 Menschen ohne Führungsverantwortung. Die nächste Auswertung folgt im Jänner 2009.

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