Leadership Development: Pflicht oder Kür?

Im Top-Management Survey 2007 befragte die Beratergruppe Neuwaldegg 300 Top-Manager in Österreich, Deutschland und der Schweiz über den aktuellen Stand und Trends in der Führungskräfte-Entwicklung. Österreich hinkt hinterher.

Die wichtigsten Ergebnisse kurzgefasst:

  • Für 83 % der Top-Manager hat Führungskräfte-Entwicklung große oder sehr große Bedeutung
  • Österreich liegt in gezielter Führungskräfte-Entwicklung zurück
  • Zunehmende Bedeutung praxisnaher und individuell ausgerichteter Maßnahmen
  • Führungskräfte im Schnitt 6 Tage pro Jahr in Trainings

Während 74% der österreichischen Manager der Führungskräfte-Weiterbildung eine große oder sehr große Bedeutung beimessen, liegt dieser Wert in der Schweiz bei 80% und bei deutschen Managern sogar bei 90 %.

Eine zunehmend wichtiger werdende Rolle spielen dabei gezielte, praxisnahe und individuell gestaltete Maßnahmen. Während aber in der Schweiz (41 %) und vor allem in Deutschland (50 %) bereits verstärkt unternehmensspezifisch maßgeschneiderte Führungskräfte-Entwicklungsprogramme zum Einsatz kommen, vertraut man in Österreich noch eher auf Standard-Seminare. Nur 29 % der österreichischen Unternehmen setzen auf echte Führungskräfte-Entwicklungsprogramme.

Die am häufigsten eingesetzte Form der Führungskräfte-Weiterentwicklung ist zwar nach wie vor die Arbeit in Seminarform, die Projektarbeit wird aber bereits an dritter Stelle genannt. Insgesamt liegt auch Coaching im Ranking relativ weit vorne. Hier hat Österreich besonders starken Nachholbedarf: 59 % der deutschen und 50 % der Schweizer Top-Manager vertrauen auf diese Methode, während es in Österreich nur 20 % sind.

Die Dauer einer Entwicklungsmaßnahme ist ein wichtiger Punkt für die Planung von Führungskräftetrainings, denn die Zeit von Führungskräften ist in der Regel sehr knapp. Die Ergebnisse zeigen, dass die Unternehmen auch bei knapp bemessener Zeit viel investieren: Durchschnittlich verbringen deutsche Führungskräfte die meiste Zeit (6,9 Tage) mit Entwicklungsmaßnahmen, gefolgt von Österreich mit 6,1 Tagen und der Schweiz mit 5,9 Tagen. Das lässt auf kürzere Präsenzmaßnahmen mit modularen Strukturen schließen.

Wie erkennen Unternehmen, dass eine Entwicklungsmaßnahme erfolgreich war? Die stärkste Aussagekraft über den Erfolg einer Entwicklungsmaßnahme hat nach Meinung von 60 % der befragten Manager die Steigerung der Motivation und des Interesses der Führungskraft (CH: 72 %; Ö: 59 %; D: 55 %), für 53 % ist die Vermehrung der Erkenntnisse und Fähigkeiten der Führungskraft wichtig und für ebenfalls rund 50 % die Verbesserung der Leistungen.

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