Teams erfolgreicher machen

Reteaming, ein von den finnischen Kurzzeit-Therapeuten Ben Furman und Tapani Ahola entwickeltes Konzept für Teamprozesse in Organisationen, konzentriert sich auf wenige, praktische und zielführende Aktivitäten.

Brauchbare Ziele setzen

Teams setzen oft vage und abstrakte Ziele wie "das Klima verbessern" oder "bessere Kommunikation", die nicht viel aussagen. Es ist schwierig, vage Ziele zu erreichen. Daher muss man eine Antwort finden auf die Frage: Was meinen wir mit diesem Ziel? Etwa indem man nachfragt:

     

  • Können Sie mir ein Beispiel geben?
  • Wie würde sich das in der Praxis zeigen?
  • Was wäre dadurch anders?
  • Was würde sogar einen Skeptiker überzeugen, dass Sie wirklich Fortschritte in Bezug auf dieses Ziel gemacht haben?

Um die Motivation sicherzustellen, ist es nicht nur wichtig, das Ziel zu präzisieren, mindestens ebenso wichtig ist, die Vorteile zu konkretisieren, die das ausgewählte Ziel einem selbst, dem Team und dem Umfeld wahrscheinlich bringen wird.

Positive Ziele formulieren

Oft setzen sich Personen oder Teams das Ziel, bestimmte Probleme zu verringern oder zu beseitigen, etwa "Hören wir auf, einander zu kritisieren" oder "Verringern wir die Abwesenheiten". Dadurch werden Problemen erst halb in Ziele verwandelt. In solchen Fällen helfen Fragen weiter wie:

     

  • Was könnten wir tun, anstatt andere zu kritisieren?
  • Was wären die Folgen, wenn das negative Verhalten verringert wird? Was würde dadurch Positives verstärkt werden?
  • Was würden wir durch die Verringerung des Problems gewinnen?

Die Teamressourcen überblicken

Lassen Sie das Team über jedes Mitglied reihum folgende Fragen beantworten:

     

  • Wodurch ist sie/er eine wertvolle Ressource für das Team?

  • Was schätzen wir an ihr/ihm?

  • Wodurch ist sie/er für die anderen eine Hilfe? 

Ein anderes Teammitglied notiert die Aussagen am Flipchart mit. Ist die Liste abgeschlossen, fragt das Team die Person, ob sie das bestätigen würde. Wenn die Antwort ja ist, soll die Person die Liste unterschreiben.

Äußere Ressourcen identifizieren

Wenn man Ziele erreichen will, gibt es nicht nur innere, sondern auch äußere Ressourcen wie Material oder andere Menschen in unserem Umfeld. Alles, was helfen könnte, das Ziel zu erreichen, sollte als Ressource angesehen werden. Oft stellt man bei diesem Unterfangen erstaunt fest, wie viele Ressourcen einem zur Verfügung stehen. Es versteht sich von selbst, dass Menschen umso mehr an den Erfolg glauben, je mehr hilfreiche Ressourcen sie entdecken. Zu diesen Resourcen gehören übrigens auch unsere Erinnerungen daran, wie wir früher bereits mit ähnlichen Situationen fertig geworden sind.

Positive Entwicklungen würdigen

Veränderungen beginnen lange, bevor sie offiziell beginnen. Man hat bereits lange über mögliche Lösungen nachgedacht, mit anderen darüber geredet, Informationen eingeholt, etwas gelesen, Schritte gesetzt, gelernt, was nicht funktioniert etc. Der Punkt ist: Man fühlt sich wesentlich besser, wenn man daran denkt, bereits auf dem besten Wege zu sein, ein Ziel zu erreichen als wenn der Eindruck vorherrscht, gerade erst mit der Reise zu beginnen. Je mehr man nach Fortschritten sucht, desto mehr findet man sie. Wenn man anderen, die daran hilfreich beteiligt waren oder sind, auch die verdiente Anerkennung gibt (was wir übrigens viel zu selten tun), umso besser. Fortschritte zu würdigen und die Freude über die bisherigen - auch kleinen - Erfolge zu teilen, verleiht neue Energie und Schwung. Nicht selten müssen sich Leute ihres Erfolgs erst einmal bewusst werden. Bitten Sie die Teammitglieder zu erklären, was aus ihrer Sicht den Erfolg möglich gemacht hat und wer aus ihrer Sicht was beigetragen hat, um ihn möglich zu machen: Wer war für sie/ihn eine Hilfe und wie? Warum hat das, was sie /er getan hat, funktioniert?

Denken Sie daran: Der Geist eines Teams, seine Moral und Freude an der Arbeit sind direkt proportional zur Erfahrung, gemeinsam erfolgreich zu sein.

Autor: Peter Wagner

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