Strategiearbeit im eigenen Bereich

Wie Sie anhand von 13 Fragen zur eigenen Identität Strategiearbeit im eigenen Arbeitsbereich betreiben können.

Die Identität eines Arbeitsfeldes, einer Abteilung oder eines Bereiches ist gleichzeitig Ergebnis als auch permanenter Prozess einer Auseinandersetzung eines Systems mit seinen Umfeldern zur Frage "Welche Funktion üben wir für andere aus und in welcher Weise?" Die Antwort ist immer eine Entscheidung des Systems selbst und zugleich Ergebnis der Auseinandersetzung mit den Erwartungen der Außenwelten. So gesehen ist die Identität die umfassendste Botschaft: "Unsere Antworten auf Eure - von uns wahrgenommenen - Fragen". Diese Identität bewegt sich immer im Widerspruchsfeld:

"Verändern – Bewahren" und "offen sein - sich abgrenzen".

Um die Selbstorganisationsfähigkeit von Abteilungen zu entwickeln, eigenverantwortliches Handeln von Mitarbeitern zu ermöglichen und einen Orientierungsrahmen für Strategisches Management abzustecken, sollte dieser generelle Blick auf sich selbst - je nach Umweltdynamik – in Ein- bis Zwei-Jahresabständen institutionalisiert gewagt werden. Die Ergebnisse dieser Analyse können in 13 inhaltlichen Kernaussagen, unterschieden nach drei Entwicklungsdynamiken (gleich bleiben - weiterentwickeln - radikal umstellen), konzentriert werden. Und obwohl Identität immer "Chefsache" ist, ist sie kein Verkündigungs- oder Absegnungsgegenstand, sondern Ergebnis gemeinsam gestalteter Auseinandersetzungen.

13 Fragen zur Identität

1. Welche Bedeutung haben kurzfristiger Ertrag und dessen Verwendung einerseits und langfristiger Bestand des Geschäftsfeldes andererseits?
2. Auf welche Problemlagen und Bedürfnisse welcher konkreter Kunden in welchem regionalen Umfeld soll das Geschäftsfeld mit seinen Produkten und Dienstleistungen Antworten geben?
3. Worin besteht dabei unsere Kernkompetenz, wobei können wir der Beste sein?
4. Welchen Standards (Qualität, Preis, Image,...) sollen die erbrachten Leistungen genügen?
5. Worin liegt der strategische Schwerpunkt in der Marktbeziehung: solid, preiswert, einfach, zuverlässig oder maßgenau an segmentierten, spezifischen Kundenbedürfnissen orientiert - "Sonderwünsche sind kein Problem" oder permanente Innovation der Produkte und der Dienstleistung?
6. Worin soll uns der Kunde am deutlichsten vom Mitbewerber unterscheiden können? Wie soll der Kunde uns wahrnehmen, und wie wollen wir dies sichtbar machen?
7. Welche Bedeutung hat Wachstum für die Entwicklung des Geschäftsfeldes (Umsatz, Mengen, Ertrag, Geschwindigkeit)?
8. Welche Abhängigkeiten will/muss die Organisationseinheit eingehen, worin drückt sich ihr Freiheitsgrad aus? (Sowohl im Innen-, als auch im Außenverhältnis.)
9. Wie stehen wir zu strategischen Allianzen, Kooperationen, Lizenzen?
10. Wodurch ist unsere Organisationsstruktur gekennzeichnet, was muss gesichert und standardisiert sein, was halten wir flexibel, wonach richten wir unsere Struktur aus?
11. Wodurch sind die internen Beziehungen charakterisiert (formal, nüchtern, locker, unkonventionell,...)?
12. Wie hoch ist der Risikograd der Geschäftstätigkeit?
13. Welche Bedeutung haben die Humanressourcen in unserem Geschäftsfeld, in welchem Maß werden MitarbeiterInnen in Entscheidungsprozesse einbezogen, welchen Stand hat Personalentwicklung bei uns?
Fragefeld Aussagen
1. Ertrag  
2. Kundenbedürfnisse Märkte  
3. Kernkompetenz  
4. Standards der Leistungen  
5. Strategischer Marktschwerpunkt  
6. Unterscheidung vom Wettbewerb  
7. Wachstum  
8. Abhängigkeit  
9. Allianzen Kooperationen  
10. Organisationsstruktur  
11. Organisationskultur  
12. Risikograd  
13. Humanressourcen